Siebengebirge

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Das Siebengebirge

Für mich der beeindruckendste Gipfel im Siebengebirge - der Stenzelberg mit den Felsen
Für mich der beeindruckendste Gipfel im Siebengebirge – der Stenzelberg mit den Felsen
Blick aus dem Siebengebirge auf den Rhein
Blick aus dem Siebengebirge auf den Rhein

Sagenhaftes Siebengebirge

Das Siebengebirge ist mehr als nur der Drachenfels! Auch wenn der bekannteste und meistbesuchte Berg im Siebengebirge der Drachenfels ist, er ist nicht der einzige besondere Berg nahe Bonn. Über 40 Vulkankuppen erheben sich im Siebengebirge, wobei 7 Gipfel aus der Kölner Bucht zu sehen sind. Das Siebengebirge hat seinen Namen aber nicht aufgrund dieser 7 klassischen Berge in dieser Gegend. Die Zahl 7 soll stellvertretend als Zahl der Fülle für die Vielfalt des Siebengebirge stehen, die du hier erleben kannst. So beschreiben es jedenfalls die örtlichen Tourismusverantwortlichen und der Verschönerungsverein. Du merkst schon an der Beschreibung des Namens: Das Siebengebirge ist voll von Sagen und Legenden. Ich erspare dir die Geschichte vom Drachentöter Siegfried und dergleichen. Ich möchte dir in unserem Siebengebirge Reiseführer einen sehr persönlichen Einblick geben, was dich bei einem Ausflug oder in einem Urlaub erwartet. Beinahe hätte es dieses Mittelgebirge nicht mehr gegeben – wenn die Steinbrüche weiter betrieben worden wären, wären die heutigen Hügel verschwunden. Zum Glück kam es nicht dazu. Der Steinabbau ist Geschichte und am 7. Juni 1922 wurde das Siebengebirge zum Naturschutzgebiet. So throhnen heute (und in Zukunft) die drei Burgruinen Drachenfels, Löwenburg und Rosenau auf den waldreichen Anhöhen. Wo Anhöhen sind, sind auch Täler. Bekannt sind unter anderem das Annatal, Tretschbachtal, Einsiedlertal und das Nachtigallental. In diesen Tälern verlaufen Wanderwege, die zu den Anhöhen hinauf führen. Das Nachtigallental ist wahrscheinlich das bekannteste und zugleich meistbesuchte Tal: Es bringt dich hinauf zum Drachenfels.

Viel Wald, wenig Felsen, geheime Höhle

Vom Rhein geht es meist ab Bad Honnef oder Königswinter hinein in das Mittelgebirge. Von hier erschließt sich eine 48 Quadratkilometer großer Mittelgebirgszug. Zum größten Teil ist er bedeckt von Buchen und Eichen. Die wenigen Fichtenbestände kämpfen mit dem Borkenkäfer und werden wohl in wenigen Jahren vollständig verschwunden sein. Ein paar Felsen gibt es auch, aber wenn du reine Felswanderungen suchst, bist du in diesen Bergen an der falschen Stelle. Faszinierende Felsformationen hast du in Deutschland im Karwendel oder Wettersteingebrige. Die wenigen Felsformationen, die heute nahe Bonn sichtbar sind, stammen aus der Zeit des Steinabbaus. Bis 1931 wurden im Siebengebirge Steine abgetragen. Das vulkanistische Gestein eignete sich unter anderem für den Bau. So wurde der gewonnene Basalt zum Beispiel für den Bau des Kölner Doms verwendet. Auch im Deichbau in den Niederlanden leisten die Steine heute noch ihren Dienst. Sogar unter der Erde wurde Gestein abgetragen: Rund 2 Kilometer östlich von Königswinter ist der Ofenkaulen. Das ist ein weitverzweigtes Stollensystem. Einheimische wissen um diese große künstliche Höhle, für Auswärtige ist es eine geheime Höhle, um die sich viele Geschichten ranken. Im Krieg wurden unter Tage Zwangsarbeiter zum Bau von Flugzeugteilen gezwungen. Entstanden ist der Ofenkaulen durch den Abbau von Tuffstein. Der Tuff aus Königswinter wurde weit über die Grenzen der Region für den Bau von Backöfen verwendet. Bis 1960 war der Tuffstein sehr gefragt, dann war mit dem Bergbau Schluß. Rund 48.000 m³ Gestein wurden bis dahin aus dem Berg geholt. Eine riesige Menge! Zurück bleiben lange Stollen im Berg. Das weitverzweigte Stollensystem ist heute gesperrt. Es gilt als einsturzgefährdet. Seit 1980 ist der Ofenkaulen ein geschütztes Bodendenkmal. Beachte auch das Wegegebot rund um den Ofenkaulen. Scheinbar verlaufen im Außenbereich einige Trampelpfade. Es sind keine offiziellen Wege und die Benutzung wird vom Amt für Umwelt- und Naturschutz des Rhein-Sieg-Kreises bestraft. Bevor der Zugang verschloßen wurde, soll sich hier ein Bankräuber erfolgreich versteckt haben… 1000 Polizisten suchten nach dem Schwerverbrecher, der nach einer spektakulären Jagd gefasst wurde. Die Geschichte war so facettenreich, dass sie sogar als Drehbuch für einen Fernsehkrimi diente. Heute ist es vergleichsweise ruhig im Ofenkaueln: In den Wintermonaten wohnen Fledermäuse in den Felsenhöhlen.

TIPP DES AUTORS
Als wir im Siebengebirge unterwegs gewesen sind, fand ich vor allem die mächtigen Baumalleen imposant, die vielfach die Wanderwege schmücken. Eine dieser Alleen findest du beim Parkplatz Dicker Stein in Richtung Milchäuschen. Gleich zu Beginn am Parkplatz stehen diese wuchtigen alten Buchen. Sie haben mich an den uralten Buchenwald bei den Kreidefelsen Rügen erinnert. Dort gibt es auch solche Baumalleen.

Obst und Wein am Rhein

Neben viel Wald, ein paar Felsen und der Höhle, findest du im Siebengebirge immer mal wieder Obstwiesen. Am besten siehst du diese Obstwiesen vom Großen Ölberg aus. Die Obstwiesen sind eher etwas für das Auge. Es wird kein gewerbsmäßiger Obstanbau betrieben. Anders siehst es mit dem Wein aus. Am Fuße des Drachenfelsen wird schon seit langer Zeit Wein angebaut. Die klimatischen Bedingungen sind perfekt für den Wein. Das Drachenfels-Gestein speichert die Wärme der Sonne und das Wasser des Rheins sorgt ebenfalls für höhere Temperaturen. So kann der Wein frei von Frost bis in den späten Herbst reifen. Die Anbauflächen sind aber nicht riesig. Das größte Weingut hat 9 Hektar Weinanbaufläche. Es liegt in Königswinter. In Oberdollendorf werden 7,2 Hektar Fläche mit Wein bewachsen und in Niederdollendorf am Heisterberg zu Füßen des Petersbergs der Weinberg Niederdollendorfener Heisterberg. Für Weinliebhaber und interessierte Gäste gibt es auf den wenigen Weingütern die Möglichkeit, eine Weinverkostung oder auch eine Führung durch den Weinberg zu buchen.

Drachenfels – bekanntester Berg im Siebengebirge

Ausblick vom Siebengebirge auf den Rhein
Ausblick vom Siebengebirge auf den Rhein

Wenn du vom Rhein auf das Siebengebirge schaust, ist der Drachenfels der markanteste Gipfel. Die Burgruine auf dem Gipfel und das märchenhafte Schloss Drachenburg machen die Bergsilhouette zu etwas besonderem. Umgekehrt ist der Blick von oben auf den Rhein ebenso reizvoll – Und so zieht es die meisten Besucher auf diesen Berg. Die Erschließung mit der Drachenfelsbahn tut ihr übriges. So kommen extrem viele Touristen auf den Berg, ohne sich in irgendeiner Form anstrengen zu müssen. Uns persönlich hat aber nicht die Fahrt mit der Bahn überzeugt (teuer und voll), sondern die Wanderwege zu den außergewöhnlich schönen Ecken am Drachenfels. Lies dir unsere Drachenfels Tipps durch und schau dir mal diese 3 tollen Wanderungen an – dann wirst du auch mal dort wandern wollen, wenn du die Natur liebst:
–> Drachenfels
–> Drachenfels Wanderung

Siebengebirge wandern

Die meisten Urlauber der Region gehen ausgiebig im Siebengebirge wandern. Das gesamte Mittelgebirge ist sehr gut durch Wege erschlossen. Für mich als Wanderer in den Alpen waren die Wanderwege gewöhnungsbedürftig: Wenn du im Siebengebirge wandern gehst, bist du meist auf breiten Forstwegen. Selten sind schmalere Wanderpfade. Das ist der Unterschied, auf den man sich einstellen sollte. Hier ein paar beliebte Wanderziele, wo du im Siebengebirge wandern kannst:

Die klassischen 7 im Siebengebirge

  • Großer Ölberg, 461m
  • Löwenburg, 455m
  • Lohrberg, 432m
  • Nonnenstromberg, 335m
  • Petersberg, 331m
  • Wolkenburg, 324m
  • Drachenfels, 321m

Petersberg

Der Petersberg hat eine wechselvolle Geschichte. Nach dem Krieg verwalteten die alliierten Siegermächte von hier oben Deutschland. Sie nutzen das prunkvolle Hotel auf dem Gipfel. Hier wurde Weltpolitik gemacht und unter anderem das Petersburger Abkommen geschlossen. Mit diesem Abkommen forderte der damalige Kanzler Adenauer mehr Rechte für Deutschland ein. Es war der Beginn zur Erlangung der Unabhängigkeit nach dem Krieg. Heute ist der Petersberg ein beliebtes Ausflugsziel. Wanderwege führen herauf, auch Radwege und sogar eine öffentlich befahrbare Straße. Wenn du mit deinem Auto auf einen Gipfel im Siebengebirge fahren willst, dann hier. Viele Besucher nutzen das, um den Aussichtspunkt zu erreichen. Von hier hast du einen der schönsten Blicke auf den Drachenfels.
–> alle Infos zum Petersberg

Löwenburg

Burgen und Burgruinen prägen das Siebengebirge. Die Löwenburg ist eine der besonders sehenswerten Burgruinen. Sie befindet sich bezeichnenderweise auf dem gleichnamigen Berg Löwenburg. Die Wanderung hier herauf lohnt sich besonders. Zum einen ist der Ausblick von hier oben besonders schön, zum anderen ist die Löwenburg an sich die größte und besterhaltene Burgruine im gesamten Siebengebirge. Mir hat es dort oben sehr gefallen. Auf der großen runden Bank um den schattenspendenden Baum läßt es sich außerordentlich gut rasten.

Sehenswerter Stenzelberg

Auch wenn er nicht zu den klassischen 7 Gipfeln zählt, so ist er für mich einer der Sehenswertesten – der Stenzelberg. Beeindruckt haben mich seine Felsformationen. Der Gipfel besteht komplett aus Felsen, die man sehr gut sieht. Steil abfallende Felswände siehst du hier, wie nirgendwo sonst in diesem Mitelgebirge nahe Bonn. Die heutige Gipfelform rührt vom früheren Steinabbau her. So ist auch eine Felsenschlucht entstanden – die aus Naturschutzgründen jedoch nicht betreten werden darf.

Die Seen im Siebengebirge

Das Siebengebirge hat auch Seen - hier der Blaue See
Das Siebengebirge hat auch Seen – hier der Blaue See

Sehr überrascht waren wir bei unserem Besuch im Siebengebirge von den Seen. So gut wie niemand erwähnt die Seen im Siebengebirge. Dabei sind sie sehenswert. Ich persönlich fand die Felswände beeindruckend, die sich aus dem Wasser erheben. Schau mal genau, wie es einzelne Bäume schaffen, in diesen senkrechten Felsen zu wachsen. Entstanden sind die Seen ebenfalls aufgrund des Steinabbaus. In zwei ehemaligen Steinbrüchen hat sich im Laufe der Jahre das Grundwasser und Regenwasser gesammelt. Wir haben die beiden wildromantischen Seen besucht, den Blaue See und den Dornheckensee.
–> Dornheckensee
–> Blauer See

Skywalk im Siebengebirge

Siebengebirge Sehenswürdigkeiten - besuch mal den Skywalk
Siebengebirge Sehenswürdigkeiten – besuch mal den Skywalk

Das Siebengebirge hat auch einen Skywalk! Du findest ihn zwischen Bonn und Königswinter. Er ragt oberhalb der ehemaligen Basalt-Steinbrüche aus dem Laubwald heraus. Direkt am Rabenlay Skywalk führt der Rheinsteig vorbei. Von oben kannst du den Rhein erspähen – und die beiden Seen (Blauer See und Dornheckensee) sind nicht weit. Wir waren auch dort und fanden den Ausblick toll:
–> Rabenlay Skywalk

Die häufigsten Fragen

Warum heißt das Siebengebirge so?

Die Erklärung der Namensherkunft soll von der magischen Zahl 7 herrühren. Die Zahl 7 soll stellvertretend als Zahl der Fülle für die Vielfalt des Siebengebirge stehen, die du hier erleben kannst.

In welchem Land ist das Siebengebirge?

Das Siebengebirge liegt in Deutschland, im Bundesland Nordrhein Westfalen. Die nächsten größeren Orte sind Bad Honnef und Königswinter. Auch die Stadt Bonn ist nicht weit entfernt. Die waldigen Hügel im Siebengebirge sind das Nacherholungsgebiet dieser Region.

Was ist der höchste Gipfel?

Der höchste Berg im Siebengebirge ist der Große Ölberg mit 461 Metern über dem Meer. Von ihm hast du einen guten Ausblick über dieses Mittelgebirge. Auch der Rhein ist zu erkennen. Er liegt rund 300 Höhenmeter tiefer als der Gipfel. Du kommst über einen Wanderung oder eine Radtour hinauf. Solltest du mit dem Fahrrad hinauf fahren, am besten mit einem Mountainbike oder E-Bike.

Wo genau ist die Drachenschlucht im Siebengebirge?

Auch wenn es den Drachenfels hier gibt: Die bekannte Drachenschlucht ist nicht am Rhein im Siebengebirge, sondern im Thüringer Wald. Südwestlich von Eisenach führt der wildromantische Steig durch die grüne Schlucht. Hier alle Informationen zur Drachenschlucht.

Wo kann man in Köln und Bonn wandern?

Das Siebengebirge liegt nahe Köln und Bonn. Diese Berge sind sozusagen die Kölner Hausberge. Rund 30 Kilometer sind es von Köln ins Siebengebirge. Ab Bonn geht es sogar noch schneller. Hier beträgt die Entfernung gerade einmal 15 Kilometer.

Diese Siebengebirge Tipps merken

Möchtest du das alles auch einmal sehen? Dann merk dir doch gleich unsere Tipps für deinen Siebengebirge Urlaub am Rhein. So findest du das alles leicht wieder, ohne danach suchen zu müssen. Schick dir den Link zu dieser Webseite als Email oder WhatsApp, speicher dir einen Pin auf Pinterest – oder teile den Beitrag mit deinen Freunden, die du gerne bei diesem Erlebnis dabei hättest. Klick gleich unter den Bildern auf das entsprechende Symbol!

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